Kapazitätsbeschränkung in Schweizer Skigebieten über die Weihnachtstage

von: Michael Hartmann und Edgar Grämiger


grischconsulta hat die Auswirkungen auf Ersteintritte und Umsätze einer Kapazitätsbeschränkung in Skigebieten am Beispiel eines mittelgrossen Skigebietes (ca. 45 Pistenkilometer) untersucht. Dafür haben wir die beiden vom Bundesrat vorgeschlagenen Varianten zur Kapazitätsbeschränkung für Skigebiete für den Zeitraum vom 24. Dezember bis zum 6. Januar (14 Tage) analysiert.


Variante 1 beschränkt die tägliche Gästezahl respektive Ersteintritte* auf zwei Drittel des bestbesuchten Tages der Wintersaison 2019/20. Im untersuchten Skigebiet dürften in dieser Variante maximal 4’375 Personen pro Tag Ski fahren (bester Skitag am 02.01.2020: 6’560 Ersteinritte).


Variante 2 begrenzt die Gästezahl auf maximal 80% des Mittelwertes der letzten fünf Saisons zwischen Weihnachten und Neujahr. Diese beschränkt die Gästezahl über 14 Weihnachtstage auf rund 26’600 Gäste. Im Schnitt sind dies maximal 1’900 Gäste pro Tag. Es könnte jedoch an einem Tag auch einmal mehr oder weniger sein.

Ersteintritte/Tag über die Weichnachtstage in den letzten 5 Wintersaisons
(eigene Darstellung)


Auswirkungen V1 – maximal zwei Drittel des bestbesuchten Tages der Wintersaison 2019/20

Die Gegenüberstellung der beiden Variante mit den tatsächlichen Ersteinritten der letzten Jahre zeigt, dass die Limite in Variante 1 nur an wenigen Tagen überschritten wird. In der letzten Saison 2019/20 wäre dies an Weihnachten bis Neujahr an vier Tagen der Fall gewesen.

Im Vergleich mit dem letzten Winter müsste das besagte Skigebiet über den betrachteten Zeitraum rund 5’200 Gästen von total 48’800 Gästen den Zutritt zum Skigebiet verweigern.

Die braunen Linien zeigen die effektiven Ersteintritte der letzten fünf Saisonen. Die schwarze Linie ist der Durchschnitt der Ersteintritte der letzten fünf Saisons. Wir nennen dies Referenzjahr. Im Referenzjahr wäre die Limite von Variante 1 an keinem Tag überschritten worden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass wie in den letzten drei Wintern an einzelnen Tagen die Obergrenze von 4’375 EE überschritten würde.


Auswirkungen V2 – max. 80% des Mittelwertes der letzten 5 Saisons von 24.12. – 06.01.

Die Auswirkungen in V2 sind weitaus grösser. Maximal dürften im Referenzjahr an 14 Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr noch 26’600 Gäste statt deren 33’300 Ski fahren. Dies entspricht einer Reduktion von rund 20% resp. 6’700 Ersteintritten. Gegenüber dem letzten Winter 2019/20 dürften von 48’400 sogar 21’800 Gäste (45%!) nicht mehr Ski fahren. Dies hätte erhebliche finanzielle Konsequenzen und würde einen Umsatzrückgang von ungefähr einer halben Million Schweizer Franken nach sich ziehen (bei praktisch gleichbleibenden Fixkosten für Personal, Pisten, Beschneiung, Energie, Unterhalt von Bahnen).

Die tiefere Summe an erlaubte Ersteintritte in V2 liegt hauptsächlich an den schneearmen Weihnachten 2015/16 und 2016/17.


Interpretation

Die Analyse zeigt deutlich, dass – wenn überhaupt Kapazitätsbeschränkungen notwendig sind – die Variante 1 (2/3 des Spitzentages) zu bevorzugen ist. Dies gilt mit grosser Wahrscheinlichkeit für eine Mehrheit der Schweizer Skigebiete.

Die vorgeschlagene Massnahme V1 ist für die Skigebiete die bessere Variante. Sie konzentriert sich auf die Spitzentage, an welchen die grössten Besuchermassen auftreten und das Einhalten von Schutzmassnahmen am schwierigsten ist. Letztlich sollen durch die Kapazitätsbeschränkungen in Skigebieten die wirkungsvolle Umsetzung von Schutzkonzepten garantiert werden und somit die Fallzahlen in der Schweiz auf einem von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptierten Niveau gehalten werden.


*Ein Ersteintritt (EE) entspricht der Zählung eines einzelnen Gastes beim erstmaligen Durchgang eines Drehkreuzes. Ein Gast wird dabei nur ein Mal pro Tag gezählt.


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