Santa Maddalena, Dolomiten (Südtirol)

Die grischconsulta AG wurde 1987 von Dr. Ing. Roland Zegg in Chur gegründet und steht für ein engagiertes Team von Unternehmens- und Tourismusberatern. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Maienfeld (Graubünden). grischconsulta ist unabhängig von Geldgebern, politischen Parteien, Wirtschaftsvertretern sowie Verbänden.

Die Leistungen von grischconsulta sind massgeschneidert.


BergANSICHTen – Von Roland Zegg

In seiner Kolumne für die Internationale Seilbahn Rundschau (ISR) schreibt Roland Zegg regelmässig über seine Eindrücke und Erfahrungen aus der Bergbahn- und Tourismusberatung.

 

Als Bergbahnexperte bin ich tagtäglich mit der Kleinteiligkeit hiesiger Destinationen konfrontiert, mit gewachsenen, oftmals starren Strukturen, politisch kompliziert und hochemotional seitens der Bevölkerung. Da zeigte sich mir auf meiner jüngsten Tour durch nordamerikanische Skigebiete eine ganz andere „Bergwelt“.

In den USA fahren ca. 3 % der Bevölkerung Ski, das sind 9 Millionen Skifahrer (Europa ca. 50 Millionen). Die verzeichneten Skierdays stagnieren seit Jahren um den Wert von 57 Millionen. Beherrscht wird dieser Markt von zwei Konzernen: Vail Resorts, Inc. und die neue Gruppierung Alterra/Aspen Snowmass. Sie decken mit ihren Resorts 30% des Gesamtmarktes ab.

Stolze Preise für Tagestickets von 180 US$ bei gleichzeitig relativ günstigen Saisonkarten von 880 US$ aufwärts zeigen eine völlig andere Strategie im Vergleich zu Europa: die Kunden sollen mit Saisonkarten animiert und gebunden werden. Vail Resorts, Inc. generiert 40% des Skiticketumsatzes mit seinem Epic-Pass! Alterra hat soeben mit seinem 23-Resorts Ikon Pass nachgezogen.

Als Einnahmequelle sind die Skischulen mit rund 1000 Skilehrern (Vail) eine zweite wichtige Komponente. Skischulen sind in der Regel zu 100% im Besitz des Bergbahnunternehmens (Company). Von den 1000 US$, die ein Skilehrer pro Tag kostet, gehen 75-90 % an die Company, nur 5-25% erhält der Skilehrer!

Eine dritte Einnahmequelle sind die Gastro-Betriebe im Skigebiet; undenkbar, dass hier Private das grosse Geschäft auf Kosten der Skiliftbetreiber machen. Der gesamte F&B Umsatz – mit übrigens happigen Preisen – fliesst in die Kassen der Company. Eine vierte Einnahmequelle ist der Ski Rental mit Shops an allen Einstiegsportalen in die Skigebiete.

Mit dieser Geschäftsstrategie und dem entsprechend hohen Preisniveau sind die durch und durch kommerziell  ausgerichteten US-Skiresorts richtige Geldmaschinen. Zur Freude ihrer Shareholders. Während in den alpinen Destinationen tausende einzelne Anbieter entlang der Wertschöpfungskette das Gesamterlebnis für den Gast kreieren (wollen), macht das in Nordamerika eine einzige Company – effizient, konsequent, profitabel und mit einem einzigen Management.

Investiert wird bei den „Companies“ übrigens nicht in Luxusanlagen mit Sitzheizung, Hauben und Porsche-Design, sondern lediglich in die gemächliche Erneuerung überalterter Anlagen. Ordentlich investiert wird aber in CRM, Kundenbindung, Kinderskigelände, Marketing- und Verkaufssysteme. Also mit der Nase ganz, ganz nah am Markt.

Internationale Seilbahnrundschau (ISR) – Ausgabe Februar 2018

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